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Just-in-Sequence: In der Automotive-Logistik weht ein anderer Wind!

Luftbild von Neufahrzeugen

Eine Besonderheit in der Automotivelogistik ist die Just-in-sequence-Belieferung.

Eng getaktete Produktionszyklen, steigende Kundenerwartungen und maximale Prozesssicherheit – in der Automobilbranche sind die Anforderungen in diesen Punkten besonders hoch. Ihnen gerecht zu werden, stellt Hersteller und Zulieferer entlang der gesamten Supply Chain vor Herausforderungen. Insbesondere der Logistik kommt dabei eine große Bedeutung zu.

Ein Stichwort fällt in Bezug auf die Automotive-Logistik besonders häufig: Just-in-sequence. Wir erklären, was dahintersteckt, und zeigen auf, welche Services Logistikdienstleister in der Automotivebranche leisten sollten.

Die deutsche Automotivebranche gehört zu den weltweit führenden. Laut des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) ist sie global und mittelständisch geprägt. 2019 wurden nur 4,7 Millionen von 79 Millionen deutschen Pkw hierzulande hergestellt. Dabei entfielen 70 Prozent der Wertschöpfung nicht auf große Konzerne, sondern auf deren Zulieferer. In der Folge nimmt die Logistik im Fertigungsprozess einen großen Stellenwert ein. Denn sie verbindet die Produktionsstätten und die Montageschritte und ermöglicht damit die Fertigung der Fahrzeuge.

Allerdings sind die logistischen Abläufe in dieser Branche anders organisiert als in den meisten anderen Wirtschaftsbereichen. Im Vorfeld der Fertigung sind alle Abläufe darauf ausgerichtet, dass die Werke Just-in-sequence beliefert werden können.

Definition: Just-in-sequence versus Just-in-time

Aufgrund der hohen Produktdifferenzierung wird fast jedes Fahrzeug in-dividuell konfiguriert. Für die Fertigung von Pkw A werden also andere Bauteile benötigt als für die Fertigung von Pkw B. Um dem gerecht zu werden, bedarf es in der Produktionsversorgung eines speziellen Beschaffungskonzeptes.
Genau hier ist der Unterschied zwischen den Just-in-time und Just-in-sequence relevant:

  • Just-in-time bedeutet, dass ein Zulieferer zu einem bestimmten Zeitpunkt exakt die Materialmenge liefert, die für die Erfüllung der Kundenaufträge notwendig ist.
     
  • Just-in-sequence geht einen Schritt weiter. Dieses Konzept wur-de speziell für die bestandslose Beschaffung im Automobilbau entwickelt. Auch hier wird zu einem bestimmten Zeitpunkt bedarfsgerecht geliefert. Allerdings werden die Materialien nicht nur in der richtigen Menge, sondern auch in der für die Fertigung passenden Reihenfolge bereitgestellt.

Beispiel: Für die Montage von Außenspiegeln werden diese in der Reihenfolge angeliefert, in der die Pkw auf dem Fertigungsband angeordnet sind.
Mitarbeitende nehmen die Teile einfach der Reihe nach aus den Transportbehältern und haben automatisch die Spiegel in der zum Fahrzeug passenden Farbe oder Form in der Hand.

Insbesondere wenn die Variationen bei Bauteilen besonders groß sind, findet die Just-in-sequence-Belieferung Anwendung.
Dies ist zum Beispiel der Fall bei Stoßfängern, Sitzen, Innenverkleidungen, Türen oder dem Cockpit. Auf diese Weise spart der Automobilhersteller Lagerkosten, weil er nicht alle Varianten jederzeit vorrätig haben muss.

Dienstleistungen für die Automotivebranche

Die logistischen Tätigkeiten für die Automotiveindustrie sind jedoch nicht auf die Produktionsversorgung beschränkt.
Im Gegenteil: In dieser Sparte ist die Dienstleistungspalette besonders groß. Zudem sind Logistikdienstleister teilweise tief in die Wertschöpfungskette der Fahrzeugher-steller und -zulieferer eingebunden, weshalb sie oft als „verlängerte Werkbank“ der Automobilindustrie gelten.

Die nachfolgende Liste zeigt eine Reihe an Dienstleistungen, die Herstel-ler und Zulieferer aus der Branche häufig bei Logistikern anfragen.

  • Beschaffungslogistik: Viele Automotivelogistiker beschaffen für ihre Kunden Komponenten für die Fertigung, stellen diese zum Teil sogar her oder montieren sie. Das können etwa Lenkräder, Außenspiegel oder Cockpitelemente sein.
     
  • Transportlogistik: Egal ob Fertigungs- und Ersatzteile vom Zulieferer zum Hersteller, Bauteile von einem in ein anderes Werk oder ganze Fahrzeuge zum Kunden gebracht werden müssen – Logistikdienstleister kümmern sich um die Transportabwicklung. Bei Bedarf erledigen sie für ihre Auftraggeber auch alle Formalitäten, beispielsweise die Verzollung. In dem Rahmen unterstützen sie sie beispielsweise auch dabei, Importzölle zu minimieren. Dazu zerlegen sie etwa Fahrzeuge entsprechend der jeweils geltenden Zollvorgaben vor der Verschiffung in Einzelteile, verpacken diese, bringen sie an ihren Bestimmungsort und setzen sie dort wieder zusammen.
     
  • Lagerlogistik: Im Lager bewahren die Dienstleister die Fertigungsteile nicht nur auf, bis der Kunde sie abruft, sondern erbringen auch Value Added Services. Dazu zählen unter anderem Bestandsführung, Bestellprozesse, Behältermanagement, Kommissionierung, Konfektionierung, Reparaturen, Umverpackung und Stickering, Vormontage oder Qualitätssicherung.
     
  • Ersatzteillogistik
     
  • Produktionsversorgung und Produktionsentsorgung

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